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Du hast den Kurs bestanden. Jemand sitzt gerade drin.

·AskYourClass Team·8 Min. Lesezeit
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Wer einen Kurs bestanden hat, ist qualifiziert, ihn zu tutorieren. Nicht im abstrakten Sinn, sondern in dem einzigen Sinn, der für die Person zählt, die gerade in dieser Vorlesung sitzt: Du kennst das Skript, die Übungsblätter, die Professorin und die Klausur.

Ein Angebot auf AskYourClass zu veröffentlichen dauert etwa fünf Minuten, kostet nichts, und auf deine Einnahmen fällt keine Provision an. Los geht es unter askyourclass.io/tutors/become.

Kurz zusammengefasst:

  • Ein Profil, dann ein Angebot pro Kurs, den du tutorieren willst
  • Du legst Preis, Format, Sprachen und Gruppenoption selbst fest
  • Anfragen kommen per E-Mail und in dein AskYourClass-Postfach. Du nimmst an oder lehnst ab
  • Keine Gebühren, keine Provision, keine Zahlungsabwicklung. Du wirst direkt bezahlt
  • Es gibt einen Urlaubsmodus, damit deine eigene Prüfungsphase nicht in unbeantworteten Nachrichten endet

Der Ablauf, Schritt für Schritt

Profil anlegen. Name, Überschrift, kurze Beschreibung, Studiengang, Abschlussniveau und aktuelles Semester. Die Universität ist kein Feld, das du tippst. Sie kommt aus der verifizierten Uni-Zugehörigkeit deines Accounts, und genau daraus entsteht auch das Verifiziert-Abzeichen.

Foto hinzufügen. Optional, und es passiert als zweiter Schritt, weil das Foto ein bestehendes Profil braucht, an dem es hängen kann. Trotzdem lohnt es sich. Profile mit Gesicht bekommen deutlich mehr Rückmeldungen als Profile ohne.

Pro Kurs ein Angebot veröffentlichen. Das ist der Teil, der das Ganze funktionieren lässt. Suche im echten Kurskatalog, wähle den Kurs, den du bestanden hast, und setze Stundensatz, Format (online, vor Ort oder beides), Sprachen, Gruppenoption und eine Beschreibung. Du kannst auch Materialien anhängen: eine eigene Zusammenfassung, ein Formelblatt, eine kommentierte Altklausur. Ein Angebot mit echtem Material liest sich völlig anders als eines ohne.

Moderation abwarten. Neue Profile und neue Fotos durchlaufen eine Prüfung, bevor sie öffentlich sichtbar sind. Dein Dashboard zeigt den Status die ganze Zeit an.

Schreibe die Beschreibung für jemanden, der gerade feststeckt. "Ich hatte den Kurs im WS 24/25 bei Prof. Weber, habe eine 1,3 geschrieben, und was bei mir das Fourier-Kapitel endlich klick gemacht hat, war die Altklausur von 2023 Zeile für Zeile. So laufen meine ersten Termine meistens ab." wirkt besser als eine Liste von Adjektiven über dich selbst.

Was du behältst

Alles. AskYourClass nimmt keinen Anteil, wickelt keine Zahlungen ab und hält kein Geld. Die Plattform stellt den Kontakt zu jemandem her, der deinen Kurs belegt, und hört dort auf. Der Preis im Angebot ist ein Richtwert, die konkreten Bedingungen und die Zahlungsweise klärt ihr direkt.

Diese Entscheidung hat eine Kehrseite, die man kennen sollte. Weil es keine Treuhand gibt, gibt es auch keine Garantie der Plattform, wenn jemand nicht zahlt. In der Praxis geht das bei wenigen lokalen Terminen selten schief, aber es ist ein guter Grund, die erste Stunde kurz zu halten und nach jedem Termin abzurechnen, solange ihr euch nicht kennt.

Was du verlangen solltest

Studentische Nachhilfe in Deutschland liegt in der Regel zwischen 15 und 30 Euro pro Stunde, das obere Ende bei Master-Kursen, seltenen Fächern und teuren Städten. Als Anker für die Untergrenze: Der gesetzliche Mindestlohn stieg zum 1. Januar 2026 auf 13,90 Euro pro Stunde und steigt 2027 weiter auf 14,60 Euro. Einen spezialisierten Uni-Kurs für weniger als eine Schicht im Supermarkt zu erklären, ist kein sinnvoller Startpunkt.

Gruppensitzungen sind der stille Hebel. Drei Studierende zu je 10 Euro sind 30 Euro pro Stunde für dich und eine günstigere Stunde für alle drei. Aktiviere die Gruppenoption bei mindestens einem Angebot und schau, was passiert. Unsere Übersicht zu Nachhilfepreisen ordnet die Zahlen ausführlicher ein.

Der Steuer- und Versicherungsteil, den niemand erklärt

Danach wird gesucht, und es gibt selten eine klare Antwort. Das Folgende ist Orientierung, keine Steuerberatung. Verbindlich klären das eine Steuerberatung, deine Krankenkasse oder die Studienberatung deiner Hochschule.

Selbstständige Nachhilfe ist meist kein Minijob. Ein Minijob ist ein Anstellungsverhältnis: Arbeitgeber, Vertrag, Lohnabrechnung. Wer eigene Schülerinnen und Schüler findet, den Preis selbst setzt und die Termine selbst organisiert, arbeitet selbstständig. Die ab 2026 geltende Minijob-Grenze von 603 Euro im Monat ist damit nicht die Regel, die für dich gilt. Kennen sollte man sie trotzdem, weil sie in jedem Artikel über Studentenjobs steht und ständig für Verwirrung sorgt.

Der Grundfreibetrag ist die wichtigere Zahl. Für 2026 liegt er bei 12.348 Euro im Jahr. Bis zu diesem Gesamteinkommen fällt in der Regel keine Einkommensteuer an. Wer ein paar Stunden pro Woche Nachhilfe gibt, ist weit davon entfernt.

Umsatzsteuer ist bei studentischen Umsätzen unwahrscheinlich. Nach der Kleinunternehmerregelung in § 19 UStG gelten seit 2025 die Grenzen von 25.000 Euro Umsatz im Vorjahr und 100.000 Euro im laufenden Jahr. Ein paar hundert Euro pro Semester liegen deutlich darunter.

Krankenversicherung und BAföG haben eigene Grenzen. Familienversicherung, studentische Krankenversicherung und BAföG folgen jeweils eigenen Einkommensregeln, und das sind nicht dieselben wie die steuerlichen. Wer ernsthaft und nicht nur gelegentlich Nachhilfe gibt, sollte das gezielt prüfen.

Führe von Anfang an eine einfache Liste. Datum, Person, Stunden, Betrag. Eine Tabelle reicht. Das kostet Sekunden pro Termin und spart später einen unangenehmen Nachmittag.

Wenn die ersten Anfragen kommen

Dein Dashboard unter /tutors/dashboard hat drei Bereiche: deine Angebote, eingehende Anfragen und Einstellungen.

Anfragen erscheinen dort, offene zuerst, und zusätzlich bekommst du eine E-Mail und eine Benachrichtigung in der App. Die anfragende Person gibt an, wie sie erreicht werden will, du antwortest also je nachdem per E-Mail, WhatsApp, Telegram, Signal, Instagram, Discord oder Telefon. Nimmst du an, öffnet sich ein Nachrichtenverlauf auf der Plattform, sodass das Gespräch auch nach einem Wechsel in eine andere App an einem Ort bleibt.

Zwei Einstellungen solltest du kennen, bevor du sie brauchst:

  • Angebot ausblenden, wenn du für einen bestimmten Kurs gerade keine Anfragen willst, ohne das Angebot und seine Historie zu löschen.
  • Urlaubsmodus, wenn deine eigene Prüfungsphase beginnt. Er nimmt dein Profil offline und stoppt neue Anfragen. Danach schaltest du ihn wieder aus. Das ist deutlich besser, als Anfragen liegen zu lassen, denn dein Angebot zeigt öffentlich deine mittlere Antwortzeit.

Du kannst dein Profil auch vollständig löschen, hinter einer getippten Bestätigung, und damit deine Daten entfernen.

Lohnt sich das?

Vier Stunden im Monat zu 25 Euro sind 100 Euro für Arbeit an Stoff, den du ohnehin kannst, zu deinen Zeiten, von deinem Schreibtisch aus. Das ist keine Karriere. Es ist eine gute Variante eines Studentenjobs, und beim zweiten Mal kostet dasselbe Thema fast keine Vorbereitung mehr.

Der weniger offensichtliche Ertrag: Einen Kurs zu unterrichten ist die effizienteste Wiederholung, die je jemand für ihn gefunden hat. Wenn dein Master auf demselben Stoff aufbaut, ist es keine Ablenkung, die Bachelor-Version davon zu tutorieren.

Häufige Fragen

Wie werde ich Tutorin oder Tutor auf AskYourClass?

Gehe eingeloggt auf askyourclass.io/tutors/become, fülle dein Profil aus, füge optional ein Foto hinzu und veröffentliche pro Kurs ein Angebot. Dein Profil durchläuft eine Moderation, bevor es im öffentlichen Verzeichnis erscheint.

Muss ich mit dem Studium fertig sein?

Nein. Die meisten Tutorinnen und Tutoren studieren noch. Entscheidend ist, dass du genau den Kurs bestanden hast, den du anbietest, und zwar möglichst so aktuell, dass Stoff und Prüfungsform sich nicht verändert haben.

Nimmt AskYourClass eine Provision?

Nein. Keine Provision, keine Einstellgebühr, keine Zahlungsabwicklung. Du behältst den vollen Preis, den du vereinbarst.

Wie viel sollte ich als studentische Nachhilfe verlangen?

Meist zwischen 15 und 30 Euro pro Stunde, je nach Fach, Niveau und Stadt. Für einen Bachelor-Kurs ist die Mitte dieser Spanne ein guter Start, und der Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde (2026) ist eine absolute Untergrenze, kein Ziel.

Muss ich Nachhilfe versteuern?

Das hängt von deinem gesamten Jahreseinkommen ab. Der Grundfreibetrag liegt 2026 bei 12.348 Euro, darunter fällt in der Regel keine Einkommensteuer an. Selbstständige Nachhilfe zählt nicht als Minijob, die Minijob-Grenze ist also nicht die relevante Zahl. Bei nennenswerten Einnahmen lohnt sich eine Steuerberatung.

Muss ich ein Gewerbe anmelden?

Privater Unterricht gilt in der Regel als freiberufliche und nicht als gewerbliche Tätigkeit, eine Gewerbeanmeldung entfällt damit meistens. Eine Meldung beim Finanzamt kann trotzdem nötig sein, und die Handhabung unterscheidet sich je nach Kommune und Einzelfall. Kläre deinen Fall, bevor du es annimmst.

Kann ich Kurse an mehreren Universitäten anbieten?

Ja. Dein Account hat eine verifizierte Uni-Zugehörigkeit, weitere Universitäten kannst du selbst ergänzen. Angebote werden nach der Universität gefiltert, die den Kurs anbietet, sodass jedes Angebot bei der richtigen erscheint.

Was mache ich in meiner eigenen Prüfungsphase?

Aktiviere den Urlaubsmodus in den Einstellungen. Dein Profil geht offline und nimmt keine Anfragen mehr an, bis du ihn wieder ausschaltest. Angebote, Bewertungen und Historie bleiben erhalten.

Wie finden Studierende mein Angebot?

Über das Tutorenverzeichnis, über die Seite deiner Universität und über einen direkten Link auf der Kursseite des Kurses, den du anbietest. Der letzte Weg ist der stärkste, weil er Studierende genau dort erreicht, wo sie sich ohnehin über den Kurs informieren.


Zwischen "das weiß ich noch" und "das weiß ich nicht mehr" liegen ungefähr zwei Semester. Genau in diesem Fenster ist dein Wissen über einen Kurs für jemand anderen am meisten wert.

Veröffentliche dein erstes Angebot auf askyourclass.io/tutors/become.


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